Es scheint so, als ob der Rhein und sein Fischbestand einen stetigen Wandel durchliefen. Ich erinnere mich gut an den Zander-Boom Mitte der Neunziger. Dann kam Anfang des neuen Jahrtausends eine wirklich starke Braben-Periode. Und jetzt? Klar, die Welse sind deutlich im Kommen. Und die Schwarzmundgrundel...

Beim Rheinangeln gilt wie an vielen Gewässern, dass der Erfolg nur langsam mit der Anzahl der Versuche und der Erfahrungen einsetzt. Ich habe immer wieder Neues versucht, wenn alte Methoden und Prinzipien, die Fisch brachten, nicht mehr funktionierten. Denn der Rhein ändert sich, seine Wasserqualität ist besser geworden, die Fische reagieren stark auf neue Arten und eine Veränderung des Biotops.

Tipps

Und trotzdem kann man einige Tipps geben, die nach wie vor die Chancen steigern. So bietet es sich beispielsweise an, die Weißfische vor dem Angeln an den Platz zu locken. Wer schon einen Tag vorher anfüttert und am Folgetag vorfüttert und ca. eine Stunde danach über dem Platz fischt, kann die Schwärme gut binden und auch erstaunlich gute Brassen und Rotaugen fangen. Manchmal geht Mais, manchmal sind Maden besser.

Auch wenn sich die Barben-Beute wieder auf ein Normalniveau eingependelt hat, bleiben Käsestücke und Maden nach wie vor die Allroundköder. In der Regel sind die am Grund lebenden Fische abends und in der Dämmerung am aktivsten.


An Bootsanlegern lohnt ein Versuch auf Barsch und Zander. Foto: Sebastian Schlott
Barsche fängt man am besten in der Nähe von Anlegern, ebenfalls in der Dämmerung. Aber auch tagsüber kann einer beißen. Bei der Wahl der Kunstköder bin ich bei den Barschen wie bei den Zandern ziemlich flexibel.

Ich wechsele gerne zwischen dem silber-glitzernden 2er oder 3er Mepps, dem Bomber oder Gummifischen der kleineren und mittleren Größe. Bei den Shads scheint mir ein zusätzlicher Drilling am Schwanz überflüssig zu sein. Kommt der Biss des Zanders, warte ich ganz kurz und schlage dann an. So sitzt der Einzelhaken am Rücken des Gummifischs meistens sicher im Maul des Räubers.


Die Kunstköder-Favoriten des Autors auf Barsch und Zander. Foto: Sebastian Schlott
Leider muss man beim Fischen mit Kunstködern teilweise mit Hängern und starken Verlusten rechnen. Das gilt auch für Futterkörbe und Bleimontagen. Das bleibt bei der sich ständig verändernden Gewässerbodenstruktur, der starken Strömung und dem Treibgut nicht aus.

Der Aalbestand im Rhein hat auch hier in Rheinland-Pfalz deutlich abgenommen. Toter Köderfisch, Madenbündel, Tauwurm im Buhnenbereich recht nah an den Steinschüttungen anzubieten, hat sich zumindest früher bewährt.

Was die Welse betrifft, musste auch ich erst meine Erfahrungen machen. Man kann sie mit dicken Fleischwursthappen ebenso wie mit Wurmbündeln oder toten Köderfischen überlisten. Auch große Gummifische in Grundnähe gezupft können Erfolge bringen.

Bedingungen

Prinzipiell erlaubt es der Rheinschein für Rheinland-Pfalz den Fluss auf folgenden Kilometern zu beangeln: rechtsrheinisch von Stromkilometer 577,8 bis 639,25 und linksrheinisch von Stromkilometer 575,5 bis 642,23. Ein paar im Erlaubnisschein ausgewiesene Streckenabschnitte sind allerdings davon ausgenommen. So darf zum Beispiel im Fischschonbezirk Ahr rund um die Ahrmündung von Stromkilometer 629,0 bis 630,0 am linken Rheinufer nicht gefischt werden.

Am Rhein in Rheinland-Pfalz darf mit zwei Handangeln gefischt werden, die allerdings nur mit einem Haken bestückt sein dürfen. Beim Raubfischangeln sind mehrhakige Systeme gestattet. Nachtangeln ist erlaubt.


Schonzeiten

In der Frühjahrsschonzeit vom 15.4. – 31.5. ist nur der Fang von Friedfischen mit natürlichen Ködern erlaubt.
Vom 1.10.-1.3 besteht ein Aalfangverbot.
Lachs und Meerforelle sind ganzjährig geschont.
Bach- und Regenbogenforellen sowie Bachsaiblinge haben vom 15.10. bis 15.3. Schonzeit.

Weitere Schonzeiten:
Hecht: siehe Frühjahrsschonzeit, Zander: siehe Frühjahrsschonzeit, Barbe: 1.5.-15.6., Äsche: 15.2.-30.4.

Unerwünschter Beifang: Die Schwarzmundgrundel ärgert am Rhein Raub- und Friedfischangler. Foto: Sebastian Schlott

Mindestmaße

Hecht 50cm, Zander 45cm, Aal 50cm, Karpfen und Barbe 35 cm, Äsche 30cm, Gr. Maräne und Schleie 25cm, Regenbogenforelle 25cm, Bachforelle und Bachsaibling 25cm, Nase 20cm, Rotauge und Rotfeder 15cm. Das Mindestmaß für den Welse ist aufgehoben.

Es gibt keine Fangbegrenzungen.


Preise

Jahresschein: 30 Euro, Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres und Sozialermäßigung: 15 Euro.

Wochenschein: 10 Euro

Tagesschein: 4 Euro

Für Mitglieder der rheinland-pfälzischen Anglerverbände gibt es Ermäßigung auf die Jahresscheine.

Anlegestellen der Rheinfähren wie hier in Rolandswerth sind gute Spots für Spinnfischer. Foto: Sebastian Schlott

Ausgabestellen

Anglerland: Hochstraße 16, 56626 Andernach, Tel: 02632/48277

Angelsport Bonn: Kesselgasse 3, 53111 Bonn, Tel: 0228/1803333

Prima-Markt Bauer: Rastenweg 2, 53489 Sinzig, Tel: 02642/997777

Grünes Warenhaus: Am Schröter Kreuz 1a, 53572 Unkel, Tel: 02224 76722

Angelgeräte Helge Heuer: Am Wachtbergring 4, 53343 Wachtberg, Tel: 0228/362817

LoRiSo Angelcenter: Berggärtenstr. 40, 56567 Neuwied, Tel: 02631/959088

Angelsport Zielke: Gladbacher Straße 3-5, 56566 Neuwied-Oberbieber, Tel: 02631/945003