Viele Angler wünschen sich eine Alternative zu "Forelle blau" und "Aal in Aspik". Da kommt das Räuchern gerade recht. Dabei muss man gar keine Unsummen an Geld für einen riesigen Ofen ausgeben. Ein Tischräucherofen, den man in jedem Angelladen für um die 30,00 Euro bekommt, tut's auch. Zwar kann man darin pro Durchgang nur 2-3 Fische räuchern, aber die werden trotzdem lecker.

Ich räuchere meine gefangenen Forellen nun seit fast 20 Jahren. Und dabei habe ich reichlich Erfahrungen gesammelt und viel ausprobiert. Doch auch wer das erste Mal einen kleinen Ofen anfeuert, kann, wenn er ein paar Ratschläge beachtet, sehr brauchbare und vor allem leckere Ergebnisse erzielen.

Früher hatte ich einen großen Ofen mit Platz für über 15 Fische. Doch wann hat man die schon? Heute räuchere ich fast ausschließlich mit meinem kleinen Tischräucherofen. Damit kann man den fangfrischen Fisch eines Angeltages prima zubereiten.

Die Lake

Der Geschmack und die Haltbarkeit des geräucherten Fisches hängen entschieden von der Salzung ab. Nach vielen Versuchen mit unterschiedlichen Salzen und verschiedenen Mengen bin ich dazu übergegangen, je nach Dicke des Fisches 60-70 g Salz pro Liter Wasser zu verwenden. Legen Sie also den Fisch vor dem Räuchern ein, dann müssten Sie auf 5 Liter 300-350 Gramm Salz verwenden. Man sollte die Fische mindestens 5 Stunden in der Lake lassen. Wer es salziger haben will, verlängert.

Schütten Sie das Salz in das abgemessene Wasser und rühren Sie es anschließned am besten mit einem Schneebesen gut um. Viele Räucherprofis schmeißen noch jede Menge Gewürze in die Lake. Ich nehme gerne Senfkörner, Wacholderbeeren und ein Lorbeerblatt. Testen Sie selbst, was Ihnen am meisten zusagt.

Prinzipiell sind alle Fische zum Räuchern geeignet, besonders bewährt haben sich allerdings die fettigen wie Aal, Lachs (auch als Lachssteaks), Forellen und Makrelen.


Die Fische sollten mindestens 5 Stunden in einer Lake mit 60-70g Salz pro Liter plus Gewürzen nach Wahl eingelegt werden. Foto: Sebastian Schlott
Der Räuchervorgang

Räuchermehl gibt es günstig im Angelladen. Streuen Sie eine gute Hand von der bereits fertig zusammengestellten Mischung aus Buchenmehl und Gewürzen auf den Boden der Ofenschale und bedecken Sie diesen mit dem mitgelieferten Abtropfschutz. Füllen Sie anschließend die Brennbehälter mit Spiritus und holen Sie die Fische aus der Lake. Wichitig: Das Räuchergut muss trocken in den Ofen. Also tupfen Sie die nassen Fische gut mit Küchenpapier ab und lassen sie am besten 15 Minuten an der Luft trocknen. Achten Sie darauf, dass die Brennbehälter nicht zu große Flammen abgeben. Lieber langsamer garen als zu schnell!

Zünden Sie nun die Brennbehälter an, legen Sie die Fische mit genügend Zwischenraum auf den Rost im Ofenbehälter nebeneinander (max. 3 Fisch im Tischräucherofen). Deckel drauf und los geht's! Während des Räucherns sollten Sie immer mal wieder den Deckel vollständig öffnen und den Rauch ganz heraus lassen. So gelingt es, die übermäßige Feuchtigkeit aus dem Ofen zu entfernen. Nach 20-25 Minuten (Packungsbeilage beachten) ist der Räuchervorgang abgeschlossen. Am besten schmeckt Räucherfisch noch warm!

Mmmmh lecker!

Es gibt einen guten Trick, um zu testen, ob der Fisch gar ist. Versuchen Sie, die Brustflosse des Fisches herauszuziehen. Lässt sie sich gut lösen, ist der Fisch gut. Geht das nicht, lassen Sie das Rauchgut lieber noch etwas im Ofen und versuchen es später nochmal. Guten Appetit!