Eigentlich bedeutet Eutrophierung (griechisch: „eutroph“ = gut genährt) in der Gewässerökologie Nährstoffeintrag oder Nährstoffanreicherung. Ein Übermaß an Nährstoffen kann ein Gewässer stark belasten. Das kann vom Menschen verursacht werden, indem z.B. über Dünger und Abwässer Nitrate und Phosphate ins Wasser gelangen.

Eine erhöhte Produktion von organischer Substanz führt zu sehr viel organischem Abfall und Verschlammung, was wiederum eine Veränderung der Sauerstoffverhältnisse im Tiefenbereich von Seen bewirkt. Im Extremfall können Fische an Sauerstoffmangel sterben.

Angler können diese verheerenden Prozesse durch übermäßiges Anfüttern auslösen. Anfutter wie Paniermehl oder auch Boilies könne sich am Grund der Gewässer lagern und werden dort nicht mehr mikrobiell abgebaut. Das gut gemeinte Entenfüttern führt zu ähnlichen negativen Effekten.

Tatort Steinbachtalsperre

Im Gegensatz zu den meisten Trinkwassertalsperren ist hier das Anfüttern prinzipiell erlaubt. Angesichts des recht geringen Frischwassereinflusses durch den Steinbach im letzten Jahr ist die Wassermenge in der Steinbachtalsperre jedoch wesentlich geringer als sonst. Messungen haben ergeben, dass die oben beschriebenen Prozesse an der Talsperre stattfinden.

Umso dringlicher der Appell des Fischereivereins Euskirchen, der die Talsperre seit Jahrzehnten effektiv, ökologisch und gewissenhaft bewirtschaft: Verzichten Sie ab sofort freiwillig auf das Anfüttern und leisten Sie Ihren Beitrag dazu, dass die Steinbachtalsperre vor dem Umkippen bewahrt wird.