Natürlich kann man am Tag oder den Stunden vor dem Angelausflug im Fachgeschäft eine Dose mit frischen Tauwürmern, Laubwürmern oder Mistwürmern kaufen. Doch erstens werden die auch immer teuerer und zweitens braucht man die kleinen roten Kringler manchmal einfach, wenn das Geschäft zu ist.

Ab in den Garten oder auf ein Wiesengebiet am Waldrand! Spaten mitnehmen und graben. Meistens kommt man so recht schnell an die kleineren Exemplare ran. Um an die großen Tauwürmer zu gelangen, muss man etwas listig sein.

Oft hilft es, den in die Erde gestochenen Spaten kurz stehen zu lassen und dann mehrfach heftig auf den Stil zu klopfen. Die Schallwellen übertragen sich ins Erdreich und bewirken bei den Tauwürmern eine Flucht aus tieferen Regionen nach oben. Sie sollen sich angeblich durch das Geräusch an Maulwürfe erinnert fühlen, die sich durch das Erdreich graben.

Tauwürmer lassen sich allerdings am besten nachts finden. Wenn sich der Tau auf die Wiesen gelegt hat und es dunkel und feucht ist, kommen sie nämlich aus der Erde. Meistens halten sie sich jedoch mit dem borstigen Hinterteil in der Erde fest, so dass sie sich blitzschnell zurückziehen können. Das machen sie auch, wenn sie mit grellem Licht angeleuchtet werden.


Wer grabet, der findet: Beim Umgraben tauchen genügend kleine und mittlere Würmer auf. Foto: Sebastian Schlott
Suchen Sie also besser nachts mit einer roten Lampe. Die Würmer können diese Strahlen nicht wahrnehmen. Wenn man einen Wurm sieht, sollte man schnell recht fest zupacken und den Wurm auf Spannung halten. Nach einigen Sekunden löst er sich von alleine und kann vorsichtig herausgezogen werden.

Im Sommer und in Zeiten von wenig Niederschlag kann man die Würmer hochlocken, indem man kurz vor Sonnenuntergang für eine halbe Stunde den Rasensprenger anstellt. Der sorgt für genügend Feuchtigkeit.

Sowohl die vom Angelausflug übrig gebliebenen als auch die selbst gesuchten Würmer kann man in einer kleinen Wurmfarm problemlos mehrere Wochen hältern. Um sie zu bauen, bohrt man einfach einige sehr feine Löcher in den Boden eines Eimers und befüllt diesen mit Erde. Als Futter sollte man ab und zu frisches Schnittgras vom Rasenmähen dazulegen.

Die Würmer sollten nicht eingegraben werden, sondern auf die Erdoberfläche gelegt werden. Sie graben sich selbst ein. Diejenigen, die das nicht schaffen, sollten entfernt werden, da sie die Lebensgeister verlasen haben.


Damit überschüssiges Wasser ablaufen kann, bohrt man mit einem feinen Bohrer kleine Löcher in den Eimerboden. Foto: Sebastian Schlott
Prinzipiell muss man den Eimer mit einem Brett bedecken, damit die Würmer nicht rauskrabbeln. Ab und zu sollte man die Farm gießen und am Tage den Deckel abnehmen, damit die Feuchtigkeit raus kann und nichts schimmelt.

Der Eimer darf nicht in der prallen Sonne stehen. Am besten ist ein schattiger Platz unter einem Busch oder ein kühler Kellerraum.