Es schien so, als sollte dieses Jahr die Blattzeit bei uns völlig ausfallen. Noch vor gut einer Woche bewegte sich nichts. Kein Bock sprang nach dem Ertönen der Fiepe. Doch die letzten heißen Julitage scheinen das Rehwild doch noch in Stimmung gebracht zu haben. Endlich geht die Blattzeit los.

Auch tagsüber sieht man die Rehe jetzt beim Spazieren über die Waldwege ziehen und durch die teilweise noch nicht abgeernteten Felder springen. Auch wenn wir uns wohl noch in der Vorspielphase befinden und die alten Böcke noch nicht auf die Lockrufe des Jägers zustehen, lohnt ein Gnag ins Revier - und zwar zu fast jeder Tageszeit. Bewährt haben sich die Intervalle Morgenansitz, 9-11 Uhr, 13-17 Uhr und der Abendansitz.

Anfangs ist die Chance zu Schuss zu kommen häufig nicht so groß, da die alten Böcke zunächst die Ricken in ihren Revieren beschlagen werden. Zudem sind die Paare oft mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, was ein Stoppen oder gar Schießen meist nicht zulässt. Häufig reagieren jetzt aber die Jährlinge, die möglicherweise zwar nicht die ersehnte Trophäe des heimlichen Alten, dafür aber ein umso besseres Wildbret liefern.

In der zweiten Hälfte der Blattzeit stehen auch die älteren Böcke zu. Foto: fotolia.com

Doch schon bald werden auch die älteren Böcke ihre ersten Ricken beschlagen haben und dann lohnt ab ungefähr dem 5. August der Fiepton. Denn jetzt streunen die Recken auch durch fremde Reviere und reagieren wie elektrisiert auf die imitiereten Kitz- und Rickenlaute.

Dann kann alles ganz schnell gehen. Der Jäger muss schussbereit sein, nachdem er die Fieptonintervalle herausgebracht hat. Sehr häufig stehen die Böcke sofort auf und kommen auf den Jäger zu.

Bewährt haben sich vor allem Erdsitze und niedrige Hochstände in Einstandnähe oder im Hochwald. Aber auch Wiesen, Felder und Waldränder können erfolgversprechend sein. Geht nach einer Stunde nichts, sollte man den Standort wechseln.