Bereits im frühen Welpenalter kann man seinen Jagdhund mit der Reizangel bekannt machen. Sie ist sehr einfach aus einem etwa 2 m langen Haselnußstecken und einer ebenso langen 4 mm starken Nylonschnur aus dem Baumarkt selbst herzustellen. Als Beute bindet man zunächst einen alten Handschuh oder Lappen daran.

Mit etwas Übung, angepasst an die Beweglichkeit und Kondition des kleinen Vierläufers, kann man selbst im Garten die unterschiedlichsten Bewegungsabläufe und den Beutetrieb fördern, nicht zuletzt auch die Freude am gemeinsamen Spiel.

Indem man den Welpen nach einer Weile zugreifen, also Beute machen lässt, lernt er ganz nebenbei, dass sich Anstrengung lohnt. Bald kann man das Herankommen mit "Hier" und das "Aus"-Geben anfügen, denn Beute gehört immer dem Führer! Dazu lässt er die Angel fallen, niemals allerdings darf er den Hund heranziehen, und lockt den Welpen zu sich, um dann die Beute mit viel Lob gegen ein Trockenfutterstückchen zu tauschen. Später ergänzt man dann auch noch das Vorsitzen vor dem Ausgeben.

Faszination Vorstehen

Immer wieder ist es faszinierend, wenn es gelingt, junge Vorstehhunde mit Hilfe der Reizangel zum Vorstehen zu bringen. Mit zunächst kreisenden und richtungswechselnden Bewegungen, dann stoppen und nur noch zupfen, kann man meistens diesen angewölften Reflex auslösen. Verharrt er kurz vor der still liegenden Beute, wird er mit einem Kommando - z.B. "Pack" - zum Einspringen aufgefordert. Auch hier gilt dann wieder: Beute gegen Futter tauschen und viel loben. Auf diese Weise lernt der junge Hund sehr bald, dass er durch Vorstehen eher zum Erfolg kommt als durch Hetzen. Gelingt diese Übung gut, kann die Dauer des Vorstehens mit einem beruhigenden "Haaalt" langsam gesteigert werden. Wechselnde Beutegegenstände, ein kleines Dummy, später auch ein Stück Kaninchenbalg oder eine Flugwildschwinge, halten das Training spannend. Durch regelmäßiges Üben einmal wöchentlich kann der Vorsteh-Reflex des Welpen erhalten und gefördert werden.

Bereits der 4 Monate alte KLM-Welpe zeigt die Anlage zum Vorstehen. Foto: Andrea Pieper

Down – Gehorsam für Fortgeschrittene

Auch beim älteren Jagdhund lässt sich mit Hilfe der Reizangel Vorstehen, Gehorsam und Apportieren festigen. Was beim Welpen noch spielerisch und ohne Zwang vermittelt wird, kann vom Junghund ab dem 6. Monat mit konsequentem regelmäßigem Wiederholen nach dem oben beschriebenen Prinzip abgesichert werden: Standruhe, Gehorsam am Wild und (Triller-) Down. Dabei hilft idealerweise eine zweite Person, die die Angel führt, während der Führer seinen Hund kontrolliert und korrigiert. Dabei ist das Einspringen auf Kommando die Belohnung für zuvor gezeigtes ruhiges Ablegen oder Down am fortgesetzten Bewegungsreiz der Angel.

Ideal ist die Verwendung der Reizangel auch, um beim Jagdhundwelpen die Wasserfreude zu wecken. Dazu präpariert man die Angel mit einem schwimmfähigen Dummy und einer längeren Schnur. So kann der Hund vom Ufer aus an das Greifen und Bringen aus zunächst flachem und strömungsfreiem Gewässer gewöhnt werden - später erweitert als korrekte Apportierübung.

Probieren Sie es aus, Ihr vierläufiger Jagdhelfer, ob jung oder alt, wird die Arbeit mit der Reizangel lieben!