Jäger - vor allem diejenigen, die einen Jagdhund führen - sind von den teilweise gefährlichen Parasiten in dreifacher Hinsicht belagert. Sie selbst können während des Pirschgangs durch Gräser und Gebüsch ebenso befallen werden wie der Jagdhund oder das Wild. Wer hat nicht schon einmal den stellenweise wirklich abstoßenden Anblick eines Mai-Bockes nach dem Schuss erlebt, dessen Bauchpartie mit den teils vollgesogenen 8-Beinern übersäht war?

Genussuntauglich ist ein mit Zecken befallenes Stück Wild nur dann, wenn es bedenkliche Merkmale aufzeigt. Aber natürlich besteht beim Aufbrechen oder Bergen dieser Stücke eine gesteigerte Gefahr, dass einige Zecken, die sich noch nicht in die Haut des Wildes gebissen haben, auf den Waidmann überspringen.

Hunde wirkungsvoll schützen

Unsere Vierbeiner sollten wir mit wirkungsvollen Zeckenhalsbändern oder Tropfpräparaten schützen. Diese können die Zecken zwar nicht vollständig abhalten, bewirken jedoch einen erhebliche Reduktion der Befälle. Zecken sollten bei Hund und Menschen so schnell wie möglich durch eine Zeckenzange entfernt werden. Beim Menschen schwören einige auch auf die Zeckenkarte. Egal, für welches Instrument man sich entscheidet: Wichtig ist eine vollständige Entfernung. Niemals sollte man Öl auftragen. Das erhöht das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern enorm.

Mit einer Zeckenzange lassen sich Zecken sicher entfernen. Foto: Fotolia

Gefahr für den Menschen

Zum Glück zählt unsere Region nicht zu den FSME-Gebieten. Die Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis führt beim Menschen durch Viren verursacht zu einer Hirnhautentzündung und schädigt das Zentralnervensystem. Gegen diese Krankheit gibt es eine Schutzimpfung. Ob es sich in unserer Region lohnt, sich impfen zu lassen, ist Ansischtssache. Wer sich unsicher ist, sollte sich mit seinem Hausarzt des Vertrauens beraten.

Borreliose ist eine Krankheit, die durch Zeckenbisse hervorgerufen werden kann. Sie verursacht Gelenk-, Herzmuskel oder Nervenentzündungen, Schwindelgefühle oder rheumatische Beschwerden. Die Borreliosegefahr ist auch bei uns hoch. Deutschlandweit rechnet man insgesamt jährlich mit bis zu 800.000 Fällen. Gegen Borreliose gibt es keine Schutzimpfung. Sie lässt sich an der bekannten Wanderröte erkennen. Bildet sich nach dem Biss auf der Haut eine kraterartige, runde Rötung, dann hat es Sie erwischt. Suchen sie sofort ihren Hausarzt auf.

Wissenswertes über Zecken

Zecken zählen zu den Spinnentieren. Die erwachsenen Zecken haben vier Beinpaare. Bei uns ist der Gemeine Holzbock der häufigste Vertreter. Die Entwicklung der Parasiten dauert mindestens 1,5, Jahre, maximal 3 Jahre. Sie entwickeln sich vom Ei über die Larve zur Nymphe ins Erwachsenenstadium. Geschlechtsreife Männchen und Weibchen erklimmen Gräser und Sträucher und lassen sich von diesen auf geeignete Säugetiere, die man als Wirte bezeichnet, fallen. Dort halten sie sich mit den Beinen fest.

Auf dem Wirtstier erfolgt die Befruchtung. Die Zecken beginnen mit dem Blutsaugen und lassen sich nach einigen Tagen wieder fallen. Die Eiablage erfolgt am Boden. Nach 3 bis 7 Wochen schlüpfen die Larven, die ebenfalls auf ein geeignetes Wirtstier warten. Dort saugen auch sie sich voll, fallen ab und werden am Boden zu so genannten Nymphen, die auch auf Wirte warten.
Wirte können also von Larven, Nymphen und erwachsenen Zecken befallen werden.