Tatort 1: Stadtwald Siegburg-Kaldauen:

Der Pächter des Eigenjagdbezirkes der Stadt Siegburg, der zwischen Kaldauen und der B 56 liegt, berichtet von einem besonders schlimmen Fall. Am 3.Juli hatten zwei Hunde in der Nähe des Natursteig Sieg einen jungen Rehbock gehetzt, zu Boden gezerrt und ihm dann tiefe Bisswunden im Bereich der Keulen zugeführt. Das Szenario wurde allerdings größtenteils von zwei Spaziergängerinnen beobachtet. Es gelang ihnen, die beiden führerlosen Hunde von dem am Boden liegenden Rehbock zu vertreiben.

Doch ihre mutige Hilfeleistung kam zu spät. Wenig später verendete der Bock. Der Revierpächter wandte sich an die Presse. In vielen lokalen Zeitungen wurde von dem Vorfall berichtet. Außerdem erstattete er Anzeige. Mittlerweile ist das Verfahren eingestellt. Der Pächter sucht immer wieder den Dialog mit Hundeführern, die in seinem stadtnahen Revier spazieren. Aufzuklären scheint ihm der beste Weg zu sein, um zukünftig solche Vorfälle zu vermeiden.


Tatort 2: Wachtberg - Niederbachem:


Auch dieser Rehbock auf dem Rodderberg wurde Opfer eines wildernden Hundes. Foto: B.v.Lüttichau
Der Pächter des stadtnahen Reviers in Wachtberg Niederbachem, in dem sehr viele Hundeführer und Spaziergänger unterwegs sind, erhält am 11.04.11 vom Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft einen Anruf auf seinem Handy. Dieser hatte einen ca. 3 Jahre alten Rehbock in seinem Wald entdeckt. Das Tier war von einem Hund gerissen worden und lebte noch. Es musste durch einen Fangschuss von seinen Leiden erlöst werden.

Am 24.6.11 entdeckt der Pächter selbst einen toten Bock in einer Weihnachtsbaumkultur. Ein Mitjäger hatte nur 9 Tage zuvor ein totes Kitz gefunden. Auch diese beiden Stücke Rehwild waren eindeutig Opfer wildernder Hunde. Ein weiterer gerissener Rehbock wird im gleichen Monat im benachbarten Revier Rolandswerth tot aufgefunden. Verletzungen und Wunden an den Keulen und den Flanken sowie der Bauchdecke geben Auskunft über den Täter.

Auch dieser Jäger wendet sich gemeinsam mit seiner Frau mehrfach an die Presse, u.a. den General-Anzeiger in Bonn.


Liebe Hundebesitzer:

Bitte nehmen Sie Rücksicht auf unser Wild. Gelingt es wildernden Hunden beispielsweise ein Reh zu reißen, bedeutet das einen furchtbaren, qualvollen Tod für dieses Tier. Sie dürfen ihren Vierbeiner im Wald auf den Wegen nur dann frei laufen lassen, wenn er sich stets in ihrem Einflussbereich befindet.

Wenn sie nicht hundertprozentig sicher sein können, dass er auf ihre Befehle hört, dann leinen Sie ihren Hund auf Wald- und Feldwegen besser an. Verlassen Sie bitte nicht die Wege. Außerhalb von Wegen besteht grundsätzlich Leinenpflicht! Wenden sie sich bei Problemen doch an eine der zahlreichen Hundeschulen in der Umgebung. Dort wird man Ihnen mit Sicherheit Ratschläge geben.

Besonders gefährdet sind die jungen Tiere. In der Aufzuchtzeit von Mai bis Juli sind die Kitze der Rehe und die Kälber des Rotwildes gänzlich auf die Muttertiere angewiesen und völlig wehrlos. Der Nachwuchs der Wildschweine kommt in der Regel schon im März zur Welt. Sollte die Bache einen wildernden Hund an ihren Frischlingen bemerken, wird sie diese verteidigen und dem Hund unter Umständen Schaden zufügen.

Wildernde Hunde können unseren frei lebenden Wildarten durch Verfolgungen und Störungen in ihren Lebensräumen viel Stress bereiten. Lange Fluchten kosten die Tiere unglaublich viel Energie. Gerade im Winter, wenn das Wild den Stoffwechsel und die Nahrungsaufnahme zurückfährt und sich nur wenig bewegt um Energie zu sparen, wirken sich ständige Beunruhigungen durch Hunde und Fußgänger, die die Wege verlassen, extrem negativ auf den Gesamtzustand aus.