Der Vorstehhund wird immer öfter als Vollgebrauchshund für Feld, Wald und Wasser geführt. Im Feld muss er vorrangig seine feine Nase und Vorstehanlagen beweisen, im Wald soll er unter anderem das Stöbern und Buschieren unterscheiden, zur Nachsuche auf Schalenwild fähig sein und im Wasser mit feiner Nase suchen, finden und bringen.

Viele Aufgaben, die er noch besser meistern kann, wenn er gut auf sie vorbereitet ist. Diese Vorbereitung beginnt daher bereits im Welpenalter. Als ambitionierter, frisch gebackener Jagdhundeführer kann man seinen Jagdhundewelpen wunderbar auf dessen jagdliche Zukunft einstimmen. Die meisten Anlagen dafür bringt er schon mit, diese wollen nun gefördert werden.

Nasengebrauch und Bringfreude

Kurze Futterschleppen mit einem Stück Fleisch werden beispielsweise ganz besonders gerne erschnuppert und wecken den Nasengebrauch. Mit regelmäßigen Besuchen an verschiedenen Gewässern entsteht und wächst die Wasserfreudigkeit. Die meisten Welpen erkunden das kühle Nass mit großer Neugierde, die sich schnell in Spaß am Planschen umwandelt.

Eine etwaige Bringfreude äußert sich schnell, wenn der Welpe von sich aus Gegenstände aufnimmt und herum trägt, oft hoch erhobenen Hauptes über die Beute. Dieser Anlage sollte der frisch gebackene Hundebesitzer in Voraussicht auf die später folgenden Apportieraufgaben immer mit viel Lob und Freude begegnen.
Die Passion an Wild erreicht er durch reichen Kontakt mit allen relevanten Wildarten. Neben Enten und Kaninchen, Reh-, Rot- und Schwarzwild ist es insbesondere wichtig, unter Hunden oft unliebsames Wild wie Fuchs, Krähe und Marder ganz besonders positiv zu belegen.

Gemeinsame Erlebnisse führen zu Verbundenheit

Die Gewöhnung an den Schussknall ist ganz besonders wichtig. Ein Schuss fällt zunächst ganz nebenbei, in weiter Entfernung, wenn der Welpe gerade positiv beschäftigt ist, zum Beispiel mit dem Suchen nach Leckerchen. Die Annäherung sollte langsam und vorsichtig erfolgen und immer in ruhigen, positiven Situationen geschehen. Auch wenn die Schussfestigkeit zu einem Teil angewölft ist, kann auch ein von der Genetik her sehr wesensfester Hund schussempfindlich oder gar schussscheu werden.

Und zum Schluss nicht zu vergessen: Ganz besonders wichtig ist die gemeinsame Erkundung der Umwelt und des Jagdreviers, das gemeinsame Streifen durch Wald und Flur. Denn vor allem gemeinsame Erlebnisse führen zu großer Verbundenheit zwischen dem Jäger und seinem Jagdhund. Grundvoraussetzung für die jagdliche Zusammenarbeit und den jagdlichen Erfolg.

Die Autorin des Artikels, Annalisa Deimel, ist seit Kindesbeinen mit jagdlich geführten Hunden vertraut, aktive Jägerin und seit 2006 selbst in der Hundeausbildung aktiv. In ihrer "Hundeschule am Rolandsbogen" Bonn bietet sie zahlreiche Kurse rund um die Ausbildung von Jagdhunden an und hat damit ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Für unser Magazin konnten wir sie für eine Reihe von Artikeln zur Jagdhunde-Ausbildung gewinnen.