Rund 160.000 Mal im Jahr beißen Marder deutschlandweit in Autos zu. Dabei richten sie einen jährlichen Schaden von rund 20 Millionen Euro an. Der Steinmarder verteidigt besonders vor und während der Paarungszeit (Ranzzeit) im Juli sein Revier gegen Rivalen. Hat es sich ein Konkurrent in einem PKW gemütlich gemacht, riecht es der Marder sofort. Der „Revierinhaber“ greift dann alle Autoteile an, die nach dem Nebenbuhler duften. Weibliche Marder, auch Fähen genannt, zeigen ebenfalls solch ein aggressives Verhalten Rivalen gegenüber.

Im Durchschnitt werden in Rheinland-Pfalz jedes Jahr fünf von 1.000 Autofahrern Opfer von angeknabberten Kabeln. Damit nimmt das Land in einer Statistik der deutschen Versicherungsunternehmen eine Position im oberen Mittelfeld ein. In Süddeutschland kommen Marderschäden am häufigsten vor: In Bayern werden jährlich acht von 1.000 Pkw beschädigt, in Sachsen-Anhalt dagegen nur einer von 1.000 Autos. Marder beißen bevorzugt in Zündkabeln, Kühlwasserschläuchen oder Antriebs- und Lenkmaschen zu.

Es ist ratsam, vor jeder Autofahrt auf Warnsignale, wie herumliegende Gummi- und Kabelteile oder ausgelaufene Flüssigkeit, zu achten. Denn werden Marderschäden rechtzeitig erkannt, kommt in der Regel die Teilkaskoversicherung für die Schäden auf. Folgekosten, die durch einen Unfall entstehen, deckt nur eine Vollkaskoversicherung ab.

Zur Marderabwehr gibt es kein Patentrezept. Maschendraht unter dem Motorraum, Geruchssprays, Ultraschall- und stromführende Geräte haben sich aber als Vorsichtsmaßnahme oft bewährt.

Quelle: LJV RLP