Hält sich der Sommer mit heißen und trockenen Sonnentagen zurück, sind dies gute Bedingungen für eine reiche Pilzsaison im Herbst. Und so können in diesem Jahr schon besonders früh die Waldbesucher nach den schmackhaften Waldfrüchten suchen. Immerhin jeder fünfte Bundesbürger liebt die Suche nach den etwa 50 essbaren Pilzsorten in unseren Wäldern. Besonders begehrte Arten sind - weil nicht kultivierbar und somit nur im Wald zu finden - der Steinpilz, der Birkenpilz, das Rothäupchen, die Marone und der Pfifferling.

Doch Vorsicht! Wer jetzt mit Messer, Körbchen und Omas altem Kochbuch „in die Pilze“ geht, kann schnell an den Falschen geraten: Pilz ist nicht gleich Pilz, mit versehentlich geerntete Giftpilzen risikiert der Unkundige auch in unseren Breiten schnell eine im schlimmsten Falle tödlich endende Pilzvergiftung. Wer Pilze für den Verzehr sammelt, muss daher unbedingt die Speise- und Giftpilze gründlich studieren und nur zweifelsfrei erkannte Speisepilze ernten. Eindeutige Regeln, wie ein Giftpilz zu erkennen ist, gibt es leider nicht. Und selbst erfahrene Pilzsammler lernen noch dazu, gibt es doch immer wieder neue Erkenntnisse in Sachen Genießbarkeit. Der Genuss des Kahlen Kremplings („Speckpilz“) beispielsweise, so weiß man erst seit wenigen Jahren, kann zu Nierenschäden oder Blutveränderungen führen.

Der Kauf eines Pilzbestimmungsbuches und / oder die Teilnahme an einem Pilzseminar sind für den Einsteiger also dringend zu empfehlen. Mit der richtigen Anleitung steht einem Ausflug in den Wald aber nichts mehr im Wege, nicht einmal der Förster oder Jäger. Denn das allgemeine Betretungsrecht erlaubt es jedem Waldbesucher auch abseits der Wege nach den begehrten „Schwammerln“ zu suchen, solange er dem Wild die Dickungen, also jene undurchsichtigen Waldabschnitte aus Ilex, Brombeeren und jungem Holz als Rückzugsort läßt und nicht in Schonungen herumstapft.


Pilze immer knapp über dem Boden abschneiden. Dann kommen sie nächstes Jahr wieder. Foto: LianeM
Pilze sollten übrigens möglichst dicht über dem Boden abgeschnitten werden, damit das Pilzgeflecht im Boden erhalten bleibt. So wird auch im kommenden Jahr hier voraussichtlich wieder ein einsames Männlein auf einem Beine dort auf seinen Finder warten. Für Transport und Lagerung eignen sich ausschließlich luftige Behälter, wie zum Beispiel Flechtkörbe oder Pappschalen. In Plastiktüten oder –dosen sammelt sich Kondenswasser, was die Pilze schnell ungenießbar macht.

Zahlreiche Aktionen für Pilzsammler und die, die es werden wollen, bietet das bundesweite Veranstaltungsprogramm zum Internationalen Jahr der Wälder an. Vom „Schwammerlwochenende“ mit „Wanderungen zu Steinpilz und Co.“, bis zur „Wunderwelt der Pilze“ und der „Herbstlichen Pilzrallye für Kinder“ werden . Mit dabei: zahlreiche geführte Exkursionen mit Experten-Tipps zu Suche, Bestimmung und Zubereitung. Mehr Informationen unter www.wald2011.de.