Wenn man das erste Mal hinauf in die kleine Stadt kommt, fühlt man sich tatsächlich ein bisschen wie im Mittelalter. Die Stadt Blankenberg war bis 1805 eine eigenständige Stadt, heute ist sie ein Ortsteil von Hennef. 100 Meter vor der Stadtmauer befindet sich ein kleiner Parkplatz. Der S-Bahnhof Blankenberg liegt ebenfalls nicht weit entfernt. Vom Bahnhof aus müssen Sie nur noch durch das Dorf Stein und den Natursteig Sieg hinauf zur Stadt Blankenberg.

Kurz vor dem Ortseingang sehen Sie schon die herrschaftliche Burg Blankenberg, eine Ruine auf einem 152 Meter hohen Felssporn oberhalb der Sieg. Sie ist Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut und auch heute noch ist sie mit der Stadtmauer und seinen vier Türmen sehr gut erhalten. Bis zum Dreißigjährigen Krieg, als die Burg von schwedischen Truppen zerstört wurde, war sie im Mittelalter eines der größten Befestigungsanlagen in Westdeutschland.


Der Rapunzelblick von Burg Blankenberg. Foto: Petra Morales
Im Mittelalter konnten die Grafen von Sayn, die zwei Brüder Eberhard I. und Heinrich I., hier die Zugänge zum Siegtal, Westerwald und Bergischen Land beherrschen. Es lohnt sich, die Ruine von innen zu besichtigen – zumal der Eintritt kostenlos ist. Durch die Gucklöcher der Burgmauer erhalten Sie geheimnisvolle "Rapunzelblicke" und oben angekommen haben Sie einen wunderbaren Blick über das Siegtal und die Siegburger Abtei Michaelsberg. Die Festung ist von April bis September dienstags bis sonntags in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet (Montag: Ruhetag), im März und Oktober nur witterungsbedingt.

Der Natursteig Sieg führt zwar um Blankenberg herum und bis zu seinem Grabenturm am Eingang, in jedem Fall sollten Sie aber auch in die Stadt Blankenberg hineinlaufen. Der Weg hoch zum Marktplatz sowie durch enge Gässchen mit historischen Fachwerkhäusern strahlt ein mittelalterliches und gemütliches Flair aus. Dabei ist eine kurze Pause im Café Krey auf der Mechtildisstraße 3 sehr zu empfehlen. Probieren Sie dort mal die leckeren Windbeutel mit Vanilleeis und Erdbeeren, eine Spezialität des Hauses, und genießen Sie auf der Terrasse die schöne Aussicht.

Nun geht die Wanderung auf dem Natursteig Sieg weiter, der direkt an der Stadtmauer entlangführt. Hinter der St. Katharina Kirche steigen Sie in das Bachtal mit dem Ahrenbach ab, und schon bald kommen Sie in das Naturschutzgebiet „Ahrenbach- und Adscheidertal“. Quer durch einen Buchenwald und über eine große Wiese spazieren Sie weiter bis nach Süchterscheid. Dieser Ort ist dank seiner Wallfahrtskirche bekannt, die 1957 gebaut wurde. Sie sollte die im Krieg beschädigte Kapelle ersetzen. Gegenüber der Wallfahrtskirche steht die 1681 erschaffene Blankenberger Kapelle, wo Sie ein kleines hölzernes Vesperbild aus der Zeit um 1460 finden können.


Blick von Burg Blankenberg. Foto: Thomas Max Müller
Nachdem Sie das Dorf Süchterscheid durchquert haben, wandern Sie durch ein Tal mit dem Ravensteiner Bach, der in einem Seitental in den Krabach fließt. Folgt man weiter dem Natursteig Sieg, erreichen Sie den Eitorfer Ortsteil Bach, der direkt am Siegufer gelegen ist. Wenn Sie denn Fluss überqueren, finden Sie am Ortseingang Merten rechts ein Portal einer alten Klostermauer.
Um 1803 wurde das Kloster gebaut, dann mit dem Kloster Herchen zusammen-gelegt und 1803 säkularisiert. 1909 ließ der neue Besitzer, ein Privatmann, eine neobarocke Orangerie anlegen.

Im Zentrum des ehemaligen Klosters steht die Pfarrkirche St. Agnes aus dem 12. Jahrhundert; diese wurde nach einem Brand im Jahr 1704 innen barock eingerichtet. Heutzutage ist in dem ehemaligen Kloster Merten unter anderem ein Alten- und Pflegeheim untergebracht. Etwas erhöht über dem Siegtal gegenüber dem Kloster liegt die Burg Merten, sie wurde 1247 erstmals erwähnt. Etwas außerhalb des Ortes befindet sich der Bahnhof Merten, von dem man schnell und bequem wieder Richtung Blankenberg, Hennef und Siegburg fahren kann. Doch leider gibt es an diesem Bahnsteig keinen Fahrkartenautomaten…